EIN WORT IN EIGENER SACHE


 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 









 
   
 
 
 
 

Tim

hier ein Bild von
Tim Burgess ...


Herzlich Willkommen,
 


liebe Zuhörer, liebe Jungs und Mädchen, hochverehrte Ultrakurzwellen, digitale Kabelsignale und stereophonische Endstufen.

Ihr habt euch sicher alle schon einmal gefragt, was das Ganze eigentlich sollte. Da wart ihr nun beständig alle zwei Wochen am Samstag um 16.00 Uhr gespannt dagsessen und lauschtet dieser abwegigen Musik und vernehmt absonderliche Kommentare und Thesen von anscheinend völlig unbedeutenden Personen, die behaupteten, dass sie nichts zu sagen hätten, die sich aber ständig äußerten zu allem Möglichen, was nun echt nicht wichtig oder vernehmenswert erschien. 

Einige von Euch waren entsetzt über die Form des Ausdrucks, registrierten die unglaubliche Fülle an technischem Missgeschick und verbalen Peinlichkeiten und erachteten die Musikauswahl als völlig geschmacklos, die keinerlei eigenen Gesetzmäßigkeiten zu folgen schien außer einer einzigen, nämlich, dass die Namen aller Acts irgendwie mit „sch“ anfangen.

Und dabei fragtet ihr euch sicherlich, warum sich das nun einer antun müsste. Nun, verehrte Zuhörer, liebe Radiogeräte, damit hattet ihr zumindest schon begonnen, den SCHLAMPENREPORT in euer unternehmungslustiges Herz zu schließen. Ein kleiner vom Design her schlichter Flyer (dem manchen von euch vielleicht kürzlich per notlandendem Luftballon zugeweht oder auf dem Straßenfest am Nollendorfplatz von einem verwegen aussehenden Jüngling, Anfang 50, überreicht) bringt es auf den Punkt: SCHLAMPENREPORT DELUXE, die Radioshow für Dichter, Strolche, Irre und Philosophen. Vor allem jedoch war der SCHLAMPENREPORT die Sendung, die ihren Namen nicht im Entferntesten zu nennen gedachte ...

 

Die Strukturlosigkeit der Form war PROGRAMM, ebenso der unkonventionelle Sprechstil des Radiomoderators und Sendeverantwortlichen. Auch, dass diesem manchmal die Souveränität fehlte, mit wortgewaltigen Talkgästen wie dem häufig anwesenden Gaststar und real-existierenden Kunstkurator Spunk Seipel fertig zu werden, stellte einen entscheidenden Bestandteil der Sendung dar. Es stand vielmehr das Ringen um die Sprache selber im Vordergrund – ein Herstellen von neuen Zusammenhängen durch absichtliches Aneinander-Vorbei-Reden.

Hingegen das ganze Gerede à la „Der Schlampenreport zöge die Themen der Zeit durch den Kakao“ war llig irreführend übrigens. Der Zeitgeist ist schließlich bloß das Surrogat, das man konsumiert, wenn man selber an den eigentlichen Mikro-Entwicklungen und Veränderungen der Zeit nicht mehr teilnimmt, also da, wo es hart auf hart geht. Somit waren auch die Themen im Schlampenreport mal von allgemeiner Bedeutung, mal von unendlich spezifischer Sachlichkeit, über die kein Mensch mehr Bescheid wüsste außer den Moderatoren und einem kleinen Kreis von informierten Personen.
 


Noch zwei kleine Anmerkungen am Schluss:

Der SCHLAMPENREPORT wurde dereinst in einigen Magazinen fälschlicherweise als Radio Knackpunkt – Schlampenreport angekündigt - dies ist falsch. Der Schlampenreport hat nichts mit der Sendung zu tun, die inzwischen QueerLive heißt und jeden Sonntag um 15.00 Uhr auf ALEX ausgestrahlt wird, ebensowenig mit anderen schwullesbischen Programmen wie Radio Tuntland, Pride Radio, Rainbow City oder Transgenderradio.

Es handelt sich beim Schlampenreport, wie gesagt, um eine Sendung mit ihren eigenen Qualitäten fern von politisch-kulturellem Anspruch oder drögem Infotainmentmagazinstil ...

Was die Musikauswahl betraf, erarbeitete unser Musikredakteur DJ Waldmeisterdandy – im übrigen ein weiteres fiktives Ich des Hauptaktivistesten Daniel Emerson Aldridge -  stets neue Konzepte. Aufgrund heftiger Proteste hatte er vor einiger Zeit sich aus unserer Redaktion verabschiedet, seitdem spielte ich Musik aus meiner eigenen Sammlung, jedoch wurde DJ Waldmeisterdandy zugesteckt, dass ich ihn sehnsüchtig vermisse, und er stellt bereits ein neuartiges Musikkonzept zusammen für das neue revolutionäre Nachfolgeprogramm, welches demnächst on air sein wird.  bei dem u.a. die Werke von Heinrich Schlusnus, Elisabeth Schwarzkopf, Elisabeth Schumann, Shakatak, Schorsch Kamerun sowie Sheila and The Black Devotion  im Vordergrund stehen könnten, sowie natürlich von Howard Jones, der ja erst vor geraumer Zeit als Vocal Act bei Kill Switch Engage oder auch bei Ferry Corsten mitgewirkt hatte.
 

Doch schwirrt mir schon der Kopf von der wilden Fahrt durch diese Worte in eigener Sache. Gerade hörten wir den ewigen Jüngling Tim Burgess aus Salford, Greater Manchester, England (auch Sänger der "Charlatans") mit „Boy“, vernehmen wir nun Cora Frost, eine Chansonsängerin, die ja auch schon des Öfteren als Schlampe tituliert wurde, mit einem meiner Lieblingslieder, "13 Jahr".


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