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Self-Portrait

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TANER CEYLAN
 Self Portrait (oil on canvas), 2002





The following text is from an old review which I wrote for the gay magazine "Fliederfunk" of Radio Z. in 1991 - on the occasion of an exhibition of Taner Ceylan at the Fliederlich Gallery in Nuremberg (during that time, his works were of a quite different, more pop-art style):
 
"Was kann es Schöneres im Leben geben als eine Vernissage, als, mit anderen Worten - umsonst ein Glas Sekt. Viele Leute, die Fliederfunk hören und machen, gehen gerne auf Vernissagen, und denen kann ich heute mal wieder eine ankündigen. Es ist sogar eine, die sich nicht im Fliederlich-Zentrum abspielt, dessen Räumlichkeit für Kunst ja doch immer etwas langweilig ist. Nein, diese hier läuft nächsten Samstag im Hemdendienst, ab 20 Uhr. Taner Ceylan, ein junger türkischer Maler, stellt - zum ersten Mal in Nürnberg, seine Bilder und Gemälde aus. Ich kenne Tan relativ gut, und die Bilder habe ich auch schon gesehen, ich kann euch daher einiges darüber berichten.

Was sieht man auf den Bildern? Es sind Männer. Männer, die miteinander schmusen, einander küssen. Die Situationen sind nicht pornographisch, sondern erotisch, expressiv dargestellt in grell-bunten Farben. Die Umgebungen sind oftmals ausgefallen: Schwulenbars, wie man sie sich wünscht. Die Kleidung ist exotisch, sie erinnert an Pop-Art von Heinz Edelmann. Die Art, wo und wie die Kleidung gemalt ist, symbolisiert einiges. In den Bildern gibt es keine Ängste. Das Gefühl, in dem sie gemalt sind, vermittelt Mut. Es ist keine Nation erkennbar, die Szenen könnten überall in dieser Welt spielen. Sie bestehen aus Sehnsüchten und Erlebten. Die Welt, so wie sie sein sollte, und wie sie ein bisschen schon ist.

Tan ist hier in Deutschland geboren und aufgewachsen, aber sein Kunststudium hat er in Istanbul gemacht, und jetzt ist er hier zu Besuch, aber er muß wieder zurückkehren. Das Leben hier in Deutschland empfindet er als völlige Freiheit, im Gegensatz zur Türkei, und aus diesem Gefühl sind hier viele seiner neuen Bilder entstanden. Im Herbst wird er leider wieder in die Türkei zurückkehren müssen.

Daß ich die Bilder als so schön bunt schildere, mag jetzt nach Oberflächlichkeit klingen. Das Tiefgründige aber ist vorhanden, es liegt in der Symbolik, und das Talent von Tan beeindruckt. Er hat mir diese Ausstellung als extrem angekündigt, und sie wird es sicher werden, in dem Sinne, daß "extrem" kein negatives Wort ist und für jeden Menschen seine eigene persönliche Bedeutung hat. Jeder finde heraus, was Tan Ceylans Bilder zu sagen haben. Am Samstag um 20 Uhr ... (Der Hemdendienst ist eine Lokalität am Gewerbemuseumsplatz 1, gleich bei der LGA)
 

These days, Ceylan has changed his style to a hyperrealist manner, often with more drastic contents. The beautiful and provocative homoerotic artworks of Taner Ceylan (depicting male nudity and love and sex between men) can be viewed at