Nachwort:

 

In dieser Novelette werden eindeutige Anspielungen auf Der Herr der Ringe, Krieg der Sterne, Kampfstern Galactica, Mondbasis Alpha Eins und Das Schwarze Loch gemacht. Dies liegt an meiner zügellosen Liebe zu den klassischen Fantasy- und Weltraumabenteuern in den Zeiten meiner Kindheit und ist hoffentlich verzeihbar.

Einige der Nebenfiguren verdienen es, ihre eigenen Handlungsstränge zu entwickeln (dies kann in einem späteren Extended Remix jederzeit geschehen). Zum Beispiel ist nicht hinreichend geklärt, wieso die Geister der zwei Sängerinnen Emina und Zibelda heißen (sind sie die zwei geheimnisvollen Schwestern aus dem Buch bzw. Film „Die Handschrift von Saragossa“?).

Die Handlung konzentriert sich nun aber hauptsächlich auf den Lebensabschnitt der beiden Jungen Shunji Numata und Yukio Fujita in den Jahren 2099 – 2107. Als ursprüngliche Hauptprotagonisten waren übrigens die Brüder Aaron und Nick Carter während den Jahren 1999 - 2007 geplant (für die ich mir einst gar ein von debauchierender Thymose erfülltes Dasein erträumte) ... Einige wilde Szenen zwischen den beiden Jungen lasse ich unerwähnt (auch hier würde ein Extended Remix sicherlich einige Ergänzungen offerieren). „Numata“ ist der Nachname der zwei jungen Brüder aus dem japanischen Film „Familienspiele“, während der Vorname „Shunji“ eine Hommage an den gleichnamigen Regisseur Iwai und seinen Film „All About Lily Chou-Chou“ darstellt. Der Nachname „Fujita“ entstammt einer Nebenfigur in der Folge "BLACK SUN" der Science-Fiction-Serie „Mondbasis Alpha Eins“, und der Vorname "Yukio" ist natürlich eine Hommage an den Autor Mishima.

Shonen Ai wiederum ist ein Begriff aus dem Sektor Animé/Manga und bedeutet „Jungenliebe“ - der Schwerpunkt liegt hierbei auf "Liebe" (ai), nicht auf "Sexualität" (yaoi). Dennoch passt der Begriff besser zum Titel dieser Geschichte. Die ursprüngliche Zielgruppe dieser entsprechenden Zeichentrickgeschichten aus Japan waren Mädchen gewesen ... Inzwischen gibt es keine neuen Shonen Ai-Comics mehr. Für eine optische Umsetzung der Novelette als partiell computer-animierter Photoroman wären natürlich diverse Ball Jointed Dolls äußerst reizvoll.
(Falls jemand Interesse hat? -  ... ).

Die Zeitformen Gegenwart/Vergangenheit variieren in der Erzählung - nicht völlig harmonisch (der Extended Remix kann hier mehr Abwechslung und Sinn schaffen). Dass die Sprache des Erzählers keine Sprache der Zukunft sein kann, liegt auf der Hand – da diese unverständlich wäre. Mein Wunsch nach einer vierdimensionalen Raumschlacht ließ sich nirgendwo realisieren, diese wird in Kürze in einem gerade neu in Entstehung befindlichen Kapitel des Unsterblichen-Epos realisiert.

Die Novelette stellt eine indirekte Fortsetzung der "Saturnalien" dar, jedoch bleiben die im INTRO geschilderten gesellschaftlichen Utopien der ERDE in beiden Geschichten lediglich angedeutet. Die Handlung entwickelt sich in eine gänzlich andere Richtung und entfaltet dabei eher seelisch-philosophischen Tiefgang mit kosmologisch-physikalischer Inbrunst (bei dem an Foucault angelehnten INTRO danke ich an dieser Stelle auch Ute Helbert für die Korrektur bezüglich der Neuen Deutschen Rechtschreibung .... ) !

In meiner Erzählung „Saturnalien“ lebt Tahaas Raroia Fangataufa etwa 20 Jahre später – jedoch fand diese Geschichte - zumindest im Leben von Tahaas - bereits statt, bevor die Handlung von „The Shonen Ai Eudemonium“ beginnt. Trotzdem ist Tahaas in „The Shonen Ai Eudemonium“ noch auf dem Höhepunkt seiner künstlerischen Laufbahn. Dies kann lediglich durch die Schlusssequenz der „Saturnalien“ erklärt werden, in der sich unzählige Zeitlinien mit unterschiedlichen Handlungsabläufen entwickeln. Die soeben zu Ende gegangenen Ereignisse stellen eine dieser Varianten dar.

Warum ich Irrlichts Erinnerung an das Bild der Sternengöttin in Kapitel 3 wie ein Gemälde des amerikanischen Malers Jon Lomberg beschrieben habe, welches ich zum ersten Mal Anfang 1980 in dem SF- und Zukunftsmagazin FUTURE LIFE erblickte? ... Seine bestechende, teils hyperrealistische, teils psychedelische Optik von Sternen und unserem Universum ist kaum bekannt, aber seine Bilder haben auf mich einen enormen Eindruck gemacht, den ich mit einer simplen Beschreibung kaum wiederzugeben vermag. Einige seiner Bilder werden evtl. in zukünftigen Geschichten als Szenarios fungieren. Im Extended Remix werden außerdem einige Erkenntnisse der Quantenmechanik sowie mehrere vom Hubble-Teleskop beobachtete stellare Phänomenen eine gewisse Rolle spielen.

Im Übrigen war der Akt des Schreibens dieser Geschichte als eine Art ultimativer Rausch intendiert, ein Fanal, in dem sich meine beiden Obsessionen, welche denen meiner Hauptfigur Shunji ähneln, auslöschen sollten, um niemals wieder aufzutauchen. Wie jedoch schon vorher abzusehen, haben der „Sternentaumel“ und die „Zauberflöckchen“ auch nach Fertigstellung des Experiments nichts an ihrer dämonischen Macht über mich verloren. Im fünften Kapitel habe ich drei Gedichte aus einer Perry-Rhodan-Leserkontaktseite von 1979 verwendet – der Name des Autors ist mir nicht mehr erinnerlich, da ich nur noch meine handschriftliche Kopie dieser Gedichte besitze. Sollte jemand den betreffenden Kosmokitschier wiedererkennen, würde ich mich über eine diesbezügliche Information freuen.

Schließlich noch ein Wort zum Anhang, bei diesen Anmerkungen aus dem Jahre 1985 handelt es sich um früheste Anweisungen an mich selber zur formalen und inhaltlichen Gestaltung einer völlig anderen Geschichte, die jedoch nie geschrieben werden wird. Viele dieser Anmerkungen sind jedoch statt dessen im fünften Kapitel eingebaut worden, als Ehrerbietung an eine Zeit, in der ich gerne noch einmal wäre, verbinde ich doch mit ihr die Erinnerung an meine damalige aufrichtige und bedingungslose Hingabe an ein ungetrübtes Kunstschaffen wie auch den Glauben an meinen eigenen höchsten Anspruch. Dieser Glaube zumindest ist ungebrochen.

 
 
Berlin, den 6. November 2008




 

Copyleft 2008 Daniel Emerson Aldridge


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