36 Jahre
 
 



 
 
 
 
 
 

Ein neues Jubiläum: Vor 36 Jahren - am 11. Dezember 1980 - lief zum ersten Mal "DAS IMPERIUM SCHLÄGT ZURÜCK" in den deutschen Kinos an.

Dieser Film stellt in vieler Hinsicht eine Steigerung zum ersten STAR-WARS-Film dar. Die uns aus dem ersten Film vertrauten Charaktere entwickeln sich weiter - manche Entwicklung ist geradezu unerwartet. Besonders Darth Vader und Han Solo gewinnen an tieferer Bedeutung, jedoch auch Luke Skywalker wird durch seine Rückschläge zu einer glaubwürdigeren Figur. Regisseur Irvin Kershner (der leider am 29.11.2010 im Alter von 87 Jahren verstarb) - erzählt die Geschichte mit vielen subtilen Nuancen und Untertönen, die jedem Charakter eine besondere menschliche Glaubwürdigkeit verleihen. Dem ausgereiften Inhalt steht eine qualitative Verbesserung der Spezialeffekte sowie ein überwältigendes Production Design gegenüber - die Wichtigkeit der Farbgebung der einzelnen Szenen tritt zum ersten Mal besonders hervor (die Epoche der Romantik in der Malerei kehrt in TESB - Kurzform von "The Empire Strikes Back" - zurück !). Die Musik von John Williams - an manchen Stellen blasser als im ersten Film, doch dafür an entscheidenden Stellen wesentlich markanter - tut ihr Übriges, nicht zuletzt mit dem zum ersten Mal ertönenden "Imperial March - Darth Vader's Theme", "Yoda's Theme" und dem leidenschaftlichen Motiv "Han Solo and The Princess", nicht zu vergessen die packenden Sequenzen "The Asteroid Field", "Hyperspace" und "Battle In The Snow" !

 

Besonders wichtig für den Erfolg des Films war auch die Einführung neuer Charaktere gewesen. Neben dem weisen Jedi-Meister Yoda - einer brillianten Muppetfigur des Miss-Piggy- und Fozzie-Bär-Schöpfers Frank Oz - muss hier natürlich der äußerst attraktive, zunächst sehr opportunistische Baron Lando Calrissian erwähnt werden, der erst zum Schluss des Filmes seine Läuterung und Wandlung zum Helden erfährt. Für viele Fans bekommt die Geschichte erst durch Lando die besondere Würze. Nicht zu vergessen sind das erste Auftauchen des Imperators Palpatine per Hologramm sowie eine weitere faszinierende Figur, die zum ersten Mal im (in Deutschland leider völlig unbekannten) STAR WARS CHRISTMAS TV SPECIAL 1979 auftauchte - der mit allen Wassern gewaschene, mysteriöse Kopfgeldjäger Boba Fett mit seinem eindrucksvollen Kampfanzug (auf der Seite des Bösen eine willkommene Abwechslung im Vergleich zu den eher blassen Imperiumsstreitkräften).
 

Das düstere und ungewisse Ende des Films stellt ein weiteres eindrucksvolles Moment dar und ist - zusammen mit den diversen unerwarteten Überraschungen in der Handlung - einer der wichtigsten Gründe für den Erfolg des Films. Die Frage, wie es wohl weitergehen würde, beschäftigte alle Fans in hohem Maße, und es gab bei diesen Überlegungen auf einmal so viele neue Aspekte zu berücksichtigen! Ein weiterer Grund für den Erfolg dieses Films ist die Tatsache, dass nicht einfach die Handlung des ersten Films formelhaft wiederholt wurde, sondern dass George Lucas beschloss, Neuland zu betreten und Risiken einzugehen. Zum ersten Mal erklärte er "DAS IMPERIUM SCHLÄGT ZURÜCK" zum mittleren Teil der mittleren Trilogie von insgesamt drei Trilogien und ließ den Film mit der Überschrift "EPISODE V" beginnen. Erst ab diesem Zeitpunkt übrigens wurde "KRIEG DER STERNE" mit dem Zusatztitel "EPISODE IV - A NEW HOPE" in den Kinos gezeigt (in Deutschland zum ersten Mal beim Neustart 1982).
 
 

Luke Skywalker

(Collage: Luke Skywalker-T-Shirt von 1980 auf Astronomie-Kalenderbild)


Neben dem "running gag", dass ständig der Hyperraumantrieb des Millennium Falcon nicht funktioniert, stößt sich außerdem jeder unserer Helden, die schon beim ersten Film dabeiwaren, zu unterschiedlichen Zeitpunkten den Kopf an. Wir werden dies an den entsprechenden Stellen selbstverständlich nicht unkommentiert lassen.

Einige Kopien des Films zeigten uns in früheren Jahren am Anfang den unsäglichen Schriftzug "DAS IMPERIUM SCHLÄGT ZÜRUCK!", der sich auch noch in den ersten VHS-Verleihcassetten wiederfand (der lieblose Fehler der Schriftsetzer sollte nicht der einzige seiner Art bleiben, lassen sie doch in EPISODE VI im Textvorspann Luke Skywalker auf seinen Heimatplaneten "Tattuin" zurückkehren ...)
 
 

Eine bekannte deutsche Fernsehzeitschrift druckte den (nun folgenden) Photoroman Seite für Seite ab, etwa ein Jahr lang. Diverse Szenen wurden jedoch teilweise stark gekürzt und editiert - d.h. manchmal brach eine Szene in der Mitte ab und wurde erst eine Woche später fortgesetzt, als die danach folgende Szene schon komplett abgehandelt war. Die folgende Spezialedition rekonstruiert hingegen den tatsächlichen Ablauf der Ereignisse, daher erscheinen die Bilder teilweise nicht in der Reihenfolge des Original-Photoromans !

Die künstlerisch diesmal sehr anspruchsvolle Comicfassung weicht - wie auch schon beim KRIEG DER STERNE - visuell und inhaltlich stark vom Film ab, z.B. ist Yoda, der Jedi-Meister viel zu klein (zugegebenermaßen - wieder ! - auf dem Entwurf des wunderbaren Ralph McQuarrie basierend), und offensichtlich verwechselten die Zeichner die imperialen Offiziere Admiral Ozzel und Captain Piett, aber über solche Fehler lernten wir hinwegzusehen! Trotzdem werden wir an einzelnen Stellen als Bonusmaterial einzelne Szenen aus dem Comic hinzufügen, da sie auch bei diesem Film eine einzigartige Ergänzung der Handlung darstellen. Die Texte in den Sprechblasen wurden teilweise aus dem englischen Originalcomic übersetzt bzw. dem Original-Drehbuch angeglichen.
 
 
 

R2-D2

(Collage: R2-D2-T-Shirt von 1980 auf Astronomie-Kalenderbild)
 
 

Im Übrigen hatte ein glücklicher Zufall übrigens dafür gesorgt, dass ich bereits in den Sommerferien 1980 den Film zum ersten Mal hatte sehen können - während eines ersten großen Familienurlaubes in den USA. Es war ein besonderes Erlebnis, in einem großen Multiplex-Kino in Indianapolis vor einer riesigen Leinwand zu sitzen und zum ersten Mal einen Film in Dolby Stereo zu sehen. Dazu kam das Vergnügen, die Charaktere zum ersten Mal mit ihren eindrucksvollen Originalstimmen zu hören. Bevor der Film begann, wurden - wie eine Ouvertüre - diverse Science-Fiction-Filmmelodien gespielt (darunter auch die Titelmelodien von "Battlestar Galactica", "Superman", "Star Trek - Der Film" und "Das Schwarze Loch", letztere beide erst kurz zuvor in den Kinos angelaufen). Ich bekam damals das angenehme Gefühl, als Science-Fiction-Fan in den USA grundsätzlich mehr respektiert zu werden als in Deutschland. Schon während meines Urlaubes konnte ich mich mit - in Deutschland damals immer noch nicht besonders weit verbreitetem - Zusatzmaterial versorgen, wie zum Beispiel dem Official Collectors Edition Magazine, dem Original-Soundtrack (eine Doppel-LP im Gegensatz zur später in Deutschland erscheinenden Einfach-LP!), diversen T-Shirts mit TESB-Motiven (natürlich wurde ich in Deutschland, d.h. in Bayern, d.h. in Hersbruck,  von allen schel angesehen, wenn ich es mal wagte, eines überzustreifen), Bettwäsche, Comics, dem Pop-Up-Book, dem Sketch-Book von Joe Johnston, dem Read-Along-Book und einigen anderen Devotionalien - ich werde mich bemühen, auch viel von diesem Material als besondere Ergänzung zum Photoroman hinzufügen, wie auch von den drei in Deutschland erschienenen Ausgaben des Postermagazins zum Film und weiterem Sekundärmaterial (nicht zuletzt aus dem hervorragenden, US-amerikanischen Science-Fiction-Magazin STARLOG). Zu diesem Zeitpunkt ging ich im Übrigen bereits wesentlich ehrfürchtiger mit dem Material um, darauf bedacht, dass es für lange Zeit in gutem Zustand bleiben möge (im Gegensatz zu meinen Materialien zum ersten Film, die schon teilweise ziemlich zerfleddert und ramponiert waren nach nur zwei Jahren). Die Euphorie, die mich damals gepackt hatte, ließ mich so gut wie jeden verfügbaren Artikel kaufen, und es gibt keinen Film, den ich so oft im Kino gesehen habe (insgesamt fünf Mal sah ich diesen Film in den Jahren 1980 und 1981 im Kino, und drei weitere Male bis 1991, 1997 schließlich noch einmal in der Special Edition). Da ich bereits 1981 den Film im Kino mit meinem Cassettenrecorder aufnahm und danach auch zu Hause ständig hörte, während ich dazu den Photoroman lesen konnte, kenne ich alle Dialoge vom Anfang bis zum Schluss bis heute auswendig, einschließlich der Soundeffekte und der Musik ... Ich lebte in dieser weit entfernten Galaxis vor langer Zeit so inbrünstig wie nie zuvor und niemals später wieder, wurde dadurch allerdings auch in besonderem Maße zum Einzelgänger ... Trotzdem kann man sagen, dass mich "DAS IMPERIUM SCHLÄGT ZURÜCK" vor dem Erwachsenwerden gerettet hat.
 
 

C-3PO

(Collage: C-3PO-T-Shirt von 1980 auf Astronomie-Kalenderbild)


 
 
 
 

In diese heiligen Zeiten vor 36 Jahren wollen wir nun zurückkehren. Kramt noch einmal eure alten Cassetten heraus, oder lasst nur den Ton vom alten Videoband über die Stereo-Anlage laufen, und verschwendet eure Zeit auf die schönste Art und Weise (bei den gelegentlichen Anmerkungen muss man das Band wohl anhalten) !

Es gibt nur eine Art, das 36-jährige Jubiläum von "DAS IMPERIUM SCHLÄGT ZURÜCK" zu feiern!
Lest den Film noch einmal!
 
 
 

Viel Spaß dabei wünscht euch euer
 

Daniel E. Aldridge
Klickt auf die Vorwärts-Taste, um anzufangen!









Erinnern wir uns auch noch einmal an den Film "KRIEG DER STERNE", drei Jahre zuvor:
 
 
 

KRIEG DER STERNE - DER PHOTOROMAN ZUM FILM